Was war?


Ganz aktuell gab es am 3. April 2022 im Rahmen der Ausstellungsreihe „Kreise“ ein Konzert unter dem Titel „Zyklen – Fantasien mit und ohne Instrument“ mit Nikolaus Schneider, Rezitation, Karl Sousa, Violine und Bernd Sikora, Moderation.

Näheres dazu in Kürze.


Helena Hartmann: „Antlitz einer abendlichen Tasse“,
Foto (2018)
Daniela Schlüter
Graphische Zyklen
Arbeiten auf Papier
26. September bis 8. November 2020

„Kreise“ bestimmen unser neues Jahresthema in dreierlei Bedeutung: Erstens der Kreis als gestalterische Form (vergleichbar Quadrat, Dreieck, etc.). In dieser Bedeutung stellt Walter Wittek eine Auswahl von Skulpturen, Bildern und Zeichnungen vor, die allesamt von der Idee des Kreises und des Runden ausgehen, und die den Künstler, vielfach bekannt durch seine „Spitzen“, von ein ganz anderen faszinierenden Seite zeigen.

Zweitens der Kreis in seiner Bedeutung als Zyklus, Einheit, geschlossene Form (z.B. Liederkreis). Hier zeigt Daniela Schlüter eine Auswahl ihrer graphischen Zyklen, die verschiedene Arbeiten auf Papier zu thematischen Einheiten zusammenfassen, oft auch mit literarischen Bezügen, und die in ihrer Bildsprache selbst oft zitatreiche Zyklen in sich sind.

Drittens der Kreis schließlich als Zusammenschluss von Menschen (Künstlerkreise) wird dargestellt in einem performativen Vortrag, der sich dieser besonderen Art von Zusammenarbeit und Kunstschaffen widmet.


Juni 2021
Kunst -und Kulturkreis Berkelkraftwerk e.V. in Vreden

Daniela Schlüter, Andrea Besseling und Bernd Sikora bei der Ausstellungs- eröffnung.

Eröffnung des Ausstellungsprogramms, das in seiner Konzeption bereits lange vor Corona entstand.
Mit Werken von der freischaffenden Künstlerin Daniela Schlüter, aufgewachsen in Südlohn, startete die Kunstaustellung am 20. Juni in den renovierten Räumlichkeiten des Berkelkraftwerks. Bis zum 1. August ist die Ausstellung immer sonn- und feiertags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Daniela Schlüters Bilder dargestellter Zyklen aus Vergänglichem und Alltäglichem bis ins Hier und Jetzt. Bilder, die einen seine eigene inspirierende Geschichte erzählen lassen und die jeden in seiner eigenen Interpretation hinterlässt. Vieles erinnert und manches erzählt – auch Danielas Lebensereignisse können einen Teil dieser verarbeiteten Zyklen enthalten. Interessante emotionale Wege beginnen und schließen den Kreis von Bildern und Maltechnik. Daniela Schlüter sagt: „Einmal sah ich auf einer Reise die Fische in einem Eimer mit Wasser, immer im Kreis schwimmend, es faszinierte mich. Der Kreis das weltliche, der Fisch als Symbol mit eigener Sage und Beschreibung. Schließlich fotografierte sie die Fische im Eimer und später irgendwann arbeitete sie die Fotografie in Farbe und Malerei auf eines Ihrer großen Werke.
Was haben die Fische im Eimer, der schwarze Rabe und die Schriften aus vergangenen Zeiten miteinander zu sagen. Ein Kunstwerk im kleinen und großen Stil. Daniela Schlüter, aufgewachsen in Südlohn stellt zum ersten Mal in Ihrer Heimat aus. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen von New York bis Tokio ausgestellt und gewann mehrere Auszeichnungen.

Für Schlüter eine neue Erfahrung, für sie selbst eine spannende Kunstausstellung, in der sie während der Ausstellung einige neue Werke hinzu arbeitet und veranschaulichen möchte. Besucher:innen können der Künstlerin im Vorbeigehen bei der Arbeit über die Schulter schauen und ihr vielleicht das ein oder andere Mal Fragen stellen.

Daniela Schlüter, Blue Flower

Schlüter nutzt die Ausstrahlung des Hauses und die Kraft und Energie des Wassers, indem sie selbst für sich den Raum und das Fenster mit Sicht auf die Berkel gewählt hat. „Dazu die Klänge des Wasserfalls mit einer neuen Wahrnehmung bei der Arbeit. Mal sehen, was entsteht.“ so Daniela Schlüter. Bernd Sikora, der 1. Vorsitzende des Vredener Kunstvereins, und Schriftführerin Andrea Besseling eröffneten nun endlich das bereits schon vor Corona konzeptionierte Jahresprogramm zum Thema „Kreise“.

Einige Male musste wegen Corona die Ausstellung verschoben werden. Nun können unter Berücksichtigung der Corona- und Hygienevorschriften weitere Ausstellungen stattfinden.

Es folgen mit Vorankündigung:

  • „Walter Wittek“ Kreis-Rund – Skulpturen, Bilder, Zeichnungen
  • „Musikalisch-Literarischer Abend Zyklen“, Georg Philipp Telemann, zwölf Violine solo, Nikolaus Schneider Gedichtzyklus – Fantasien ohne Instrument
  • „Künstlerkreise Performativer Vortrag“, Helena Hartmann, Daniela Schlüter, Bernd Sikora
  • „Warum gerade rund?“ Kinderaktion zu Kreisen in der Kunst Es werden auch Führungen, Sonder-Begleitprogramme zu den Ausstellungen stattfinden.
    Dazu werden noch Termine bekannt gegeben.

Oktober 2021

„Gurken, Tomaten, Silber und anderes Gold“. Wittek-Ausstellung verlängert bis zum 21.11.2021

Gurken, Tomaten, Silber und anderes Gold – so witzig der Titel dieses Kunstwerkes klingt – umso beeindruckender ist das Ergebnis, das Betrachtende in der zur Zeit laufenden Walter Wittek-Ausstellung im Kunst- und Kulturkreis Berkelkraftwerk zu sehen bekommen. 42 Jahre lang, von 1979 bis heute sammelte der Künstler Bonbonpapiere, Silberfolie, Kunststofffetzchen, Bleistiftstummel, Bartstoppel, Eisenspäne und vieles mehr, brachte es – soweit es möglich war – in gleiche Form und befüllte Marmeladen-, Honig und Gurkengläser mit dem Sammelsurium.

Wie ein bunter Bonbonladen erscheint das Regal. Und der Künstler sammelt weiter…

Immer wieder sind Kunstfreunde erstaunt über Walter Witteks vielfältiges künstlerisches Schaffen. Nicht nur ist er der Erfinder des weltberühmten Spannrings, der von der Vredener Firma Niessing vermarktet wird. Auch seine Leidenschaft für den „Omphalos“, der nach der griechischen Mythologie der Nabel der Welt ist, ist an vielen Orten in Vreden dokumentiert. Dabei kombiniert er vielfach Stein, Metall und Rost und experimentiert mit Material und Form. In der Ausstellung im Berkelkraftwerk direkt neben dem kult findet man aber auch andere Werke.

„Walter Wittek verlässt sich in seinem Werk auch auf die Kraft der Elemente. Er initiiert einen Prozess und lässt ihn dann laufen. Das Kunstwerk entwickelt ein Eigenleben, das Walter Wittek manchmal beschleunigt, manchmal nur beobachtet“, wie Bernd Sikora in der Ausstellungseröffnung feststellte. Das ist besonders gut bei Witteks Rostbildern zu sehen. Metallobjekte werden auf Papier gelegt, mittels Salz und Wasser wird ein Rostprozess an- gestoßen, das Ergebnis kann man nie voraussagen. Viele diese Rostbilder sind kraftvoll und farbenfroh.

Nicht nur Metall und Wasser lässt Walter Wittek miteinander reagieren. Mit Metall und Feuer erschafft der Künstler ganz besondere Werke – sogenannte Brandbilder. So presst er glühende Spitzen oder glühende Würfel in Holz oder in eingefärbte Holztafeln, die Glut drückt sich ein – und immer ist das Ergebnis überraschend.

Die Ausstellungsreihe im Berkelkraftwerk läuft unter dem Titel „Kreise“. Ein ganz besonderer „Kreis“ ist in der Ausstellung zu sehen: Witteks Werk „Subkutan“ aus dem Jahr 2006 ist ein kreisrundes Mehlfeld (Ø 3,40 m), das eine Spitze bedeckt. 

Seine Kunstwerke seien immer zeitlos – wie Bernd Sikora hervorhebt, Das Werk könne auch als Kirchenkritik verstanden werden: „Eine Decke wird übergestülpt, die Spitze sticht aber trotzdem“. Oder angewendet auf die derzeitige Impfdiskussion: Die Spitze geht unter die Haut.

Alles in allem: eine gelungene Ausstellung, die zu besuchen sich auf jeden Fall lohnt.

Die Ausstellung ist an Sonn- und Feiertagen von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet und geht noch bis zum 21. November, der Eintritt ist frei, es gilt die 3-G-Regel.

Viele der Kunstwerke können übrigens auch käuflich erworben werden – fragen Sie einfach nach.